Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer,

deutsche Politik ist durch die Brisanz des ungebremsten Flüchtlingszustromes in unser Land, dessen Nachwehen noch gar nicht abgeschätzt werden können, im Fokus aller Bürger. Deshalb stehen Wahrnehmung der politischen Verantwortung und Entscheidungskraft mehr denn je auf dem Prüfstand. Weniger auf dem europäischen – zuallererst auf dem des Volkes, das diese politische Macht autorisiert hat, ihm zu dienen, damit Frieden, Wohlstand und kulturelles Erbe für das Wohlergehen der Gemeinschaft erhalten und weiterentwickelt werden können.

Bayern trägt derzeit die größte Last in unserem Land bezüglich der Flüchtlingskrise. Und ich weiß, dass diese Last Ihnen als Landesvater persönlich auf dem Rücken liegt, weil Sie zu den Menschen gehören, die schwere Gepäckstücke nicht einfach abwerfen oder gewissenlos auf andere Buckel delegieren. Und ich weiß auch, dass Sie sich Ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen, die Ihnen vertrauen und denen Sie mit Herz und Hirn dienen möchten, authentisch stellen.

Ich habe mir sowohl den Fernsehauftritt der Kanzlerin als auch Ihre heutige Pressekonferenz angeschaut. Beide Auftritte verband ich mit der Frage: Wie lautet das Konzept? Worin sehe ich meine Interessen als Bürger vertreten und geschützt? Wem kann ich vertrauen, dass die Krise bewältigt werden kann?

Sie haben heute Klartext gesprochen – unterstützt von einer parteiübergreifenden Mehrheit – Investitionen von knapp einer halben Milliarde Euro in konkrete Arbeitsplätze verkündet und Zuversicht verbreitet, dass es gemeinsam geschafft werden kann, wenn die Zahl der Flüchtlinge reguliert wird. Doch das ist der Job der Bundesregierung. Dem wird sie nicht gerecht werden. Das wissen Sie. Ihr Plan B liegt in der Schublade. Ziehen Sie ihn bitte durch und lassen Sie nicht allzu viel Zeit verstreichen. Brüssel schläft – Berlin träumt – die Welt schmunzelt. Aber wem sag ich das.

Auch wenn es derzeit nur wenige gibt, die Ihnen anerkennend auf die Schulter klopfen und Mut zusprechen – ich mach es sehr gern, auch wenn mein Arm zu kurz ist, weil ich in Thüringen lebe, kein Bayer bin und auch keiner Partei angehöre. Ich achte Ihre Offenheit, Ihr Ohr für die Ängste der Bürger und Ihr Engagement für die Menschen Ihres Landes.

DANKE!

Reinhard Herrmann

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