Von Kamerafrau getretener Flüchtling in Ungarn gehört Terrorgruppe Al-Nusra-Front an Redaktion 20150922
Im Internet verbreitet sich derzeit ein Video, in dem zu sehen ist, wie eine ungarische Kamerafrau am ungarischen Grenzübergang in Röszke einen syrischen Flüchtling mit seinem Sohn zu Fall bringt. Die kurdische Partei der demokratischen Union (Partiya Yekitîya Demokrat, PYD) erklärte nun am vergangenen Freitag, bei dem Syrer handele es sich um Osama Abdul Mohsen, der der al-Qaida zugerechneten Terrormiliz Al-Nusra-Front angehöre.

»Osama Abdul schloss sich der Rebellengruppe 2011 an und hat Verbrechen gegen zivile Minderheiten, darunter auch Kurden, begangen«, hieß es in der Stellungnahme. Als Beleg für seine Beteiligung bei Aktivitäten der Al-Nusra-Front verwies die PYD auf »Aussagen … vieler Kurden sowie Bilder [auf der Facebook-Seite Mohsens]«.
Osama Abdul Mohsen soll laut PYD aus der nordsyrischen, unmittelbar an der Grenze zur Türkei gelegenen Stadt Tel Abyad stammen. Im Juli habe sich Mohsen kurz vor der Eroberung der Stadt durch kurdische Kämpfer zur Flucht entschlossen, weil er befürchtete, seine Mitgliedschaft in der militanten Gruppe könnte ans Tageslicht kommen.
Mohsen erhielt breiten Zuspruch und Unterstützung, nachdem sich das Video mit ihm, das in vielen Ländern für Empörung sorgte, im Internet verbreitet hatte.
Das Video zeigt, wie Mohsen von einer ungarischen Kamerafrau zu Fall gebracht wird, als er versuchte, zusammen mit seinem achtjährigen Sohn an der Hand in Röszke die ungarische Grenze zu überqueren.
Während die Kamerafrau in Ungarn und weltweit scharf verurteilt wurde, erfreuten sich der syrische Flüchtling und sein Sohn großer Anteilnahme. Mohsen wurde von einer Fußballschule eingeladen, nach Spanien zu kommen und sich dort niederzulassen, als sich herausstellte, dass er einmal als Trainer in Syrien gearbeitet hatte. Das spanische Nationale Fußballtrainer-Ausbildungszentrum Cenafe nahe Madrid bot Mohsen eine Stelle an. Auch seiner Ehefrau und seinen beiden Söhnen wurde angeboten, in Spanien zu leben.
Und schließlich kam es sogar während eines Spieles von Real Madrid gegen Granada zu einer Begegnung zwischen Mohsen und seiner Familie und dem »Weltfußballer« Cristiano Ronaldo, zu der Ronaldo selbst eingeladen hatte.
In der PYD-Erklärung heißt es weiter, Mohsen sei nicht nur Mitglied der Al-Nusra-Front gewesen, sondern habe auch direkt in den syrischen Städten Amudeh, Serekaniye und Afrin gegen Kurden gekämpft und sei an Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung beteiligt gewesen.
Darüber hinaus wirft die PYD Mohsen vor, 2004 nach einem Spiel zwischen den Fußballmannschaften von al-Fatwa aus Deir ez-Zor und dem Dschihad-Club aus Qamishlo gewalttätige Ausschreitungen provoziert zu haben. Mohsen habe zwischen 2004 und 2010 als Trainer von al-Fatwa immer wieder zu gewalttätigen Zusammenstößen aufgehetzt, bei denen damals 50 Kurden getötet worden seien.

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Bildnachweis: picture-alliance
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